Schriftgröße
Herzogsägmühle
Von-Kahl-Straße 4
86971 Peiting
Telefon 08861-219 0
Fax 08861-219 201
info@herzogsaegmuehle.de
Leistungen im
Übergangsbereich
für Menschen in besonderen Lebenslagen
gemäß § 93 a Bundessozialhilfegesetz
I | Konzeption und Zielsetzung | ||
- siehe auch "Selbstverständnis und Unternehmensziele" von Herzogsägmühle. | |||
1. | Der Übergangsbereich im Herzogsägmühler Fachbereich "Menschen in besonderen Lebenslagen" dient benachteiligten Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit dem Ziel der Teilhabe am Leben durch die Förderung ihrer Beziehungen zu sich (Selbstkompetenz), zu anderen (soziale Kompetenz) und zu Gott (Gottvertrauen). | ||
2. | Die Fachlichkeit der Hilfe im Übergangsbereich entspricht anerkannten Standards und zielt ab auf die Überwindung oder Verringerung sozialer Schwierigkeiten und auf die Erhöhung von Fähigkeiten zur Selbsthilfe, damit die einzelnen mit den an sie gestellten Anforderungen in den Lebensbereichen "Wohnen", "Arbeit" und "Freizeit" (möglichst außerhalb von Einrichtungen) zurechtkommen (Den Anschluß wieder finden). | ||
| - | Überforderung mit der Selbstversorgung | |
- | Selbstgefährdung durch mangelndes Hygiene- und Gesundheitsverhalten | ||
- | Verlust sozialer Beziehungen oder Probleme im Zusammenleben mit Hausgemeinschaften oder Nachbarschaften | ||
- | Probleme, einen angemessenen Arbeitsplatz zu finden und zu erhalten | ||
- | unangemessene Reaktionen in alltäglichen Belastungs- oder Konfliktsituationen und nicht über eine ausreichende oder ihnen zuträgliche Wohnsituation verfügen. | ||
3. | Der Betrieb des Übergangsbereiches erfolgt nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Der Übergangsbereich muß sich aus dem Leistungsentgelt öffentlicher Kostenträger selbst tragen und notwendige Anteile für den Fachbereich "Menschen in besonderen Lebenslagen" und die Infrastruktur von Herzogsägmühle leisten. | ||
4. | Der Übergangsbereich für Menschen in besonderen Lebenslagen ist integraler Bestandteil von Herzogsägmühle, das Selbstverständnis "ORT ZUM LEBEN" ist spürbar. Lebensqualität wird erlebt und garantiert | ||
- | durch angemessene und individuell gestaltbare Wohnverhältnisse | ||
- | durch die Gestaltung des Alltags unter den Prinzipien "Normalisierung" und "Mitwirkung" | ||
- | durch die Akzeptanz aller als geachtete Mitbürgerinnen und Mitbürger im Gemeinwesen Herzogsägmühle und durch Möglichkeiten der Mitberatung, Mitgestaltung und Mitverantwortung | ||
- | durch Angebote im Freizeit-, Kultur-, Sport- und Bildungsbereich und durch Hilfen zur Teilnahme an Angeboten anderer in anderen Orten. | ||
5. | Der Übergangsbereich verfügt über eine Mitarbeiterschaft, die persönlich und fachlich die erforderliche Eignung aufweist, kooperationsbereit (auch mit Partnern im Hilfeprozeß und den Kostenträgern) und im christlichen Glauben verankert ist oder dazu Angebote erhält. Die Bemühungen bei der Personalgewinnung und -begleitung sind entsprechend. Der Anteil an sozialpädagogischen Fachkräften (FH), Schlüssel 1 : 6, beträgt mindestens 75 %. | ||
6. | Die persönliche Zuständigkeit der Mitarbeitenden für einzelne, Gruppen oder Hausgemeinschaften ist festgelegt, ebenso ihre gegenseitige Vertretung. Sie sind dem Leiter des Sozialdienstes oder einem Heimleiter und diese dem Fachbereichsleiter unterstellt. | ||
II | Inhalt und Umfang der Leistungen | ||
1. | Wohnung | ||
Die Leistungen im Bereich "Wohnung" umfassen | |||
1.1. | Bereitstellung von ansprechend möblierten Appartements bzw. Einzel- oder Doppelzimmern für 110 Personen mit Sanitär- und Gemeinschaftsräumen, Abstellräumen und funktionsfähigen Gemeinschaftseinrichtungen sowie Möglichkeiten der Selbstversorgung (Kochen, Wäschepflege) in Herzogsägmühle oder in Orten der Umgebung, | ||
1.2. | Bereitstellung von Heizung, Wasser, Abwasserentsorgung, Elektrizität, Telefon, Abstellräume, Zufahrt, Parkraum für Hilfeberechtigte und Besucher, Transportmöglichkeiten (auch für Freizeitgestaltung), | ||
1.3. | Wartung und Instandhaltung aller Häuser, Räume und technischen Anlagen einschließlich Pflege der Außenanlagen und Zufahrten ab dem öffentlichen Wegenetz. | ||
2. | Versorgung | ||
Die Leistungen im Bereich "Versorgung" sind | |||
2.1. | umfassende gesundheitsbewußte Verpflegung | ||
2.2. | regelmäßige Reinigung der Zimmer und Gemeinschaftsräume | ||
2.3. | umfassender Wäscheservice | ||
2.4. | Mülltrennung und -entsorgung und werden erbracht durch Mitarbeitende des Übergangsbereiches oder durch übergreifende Einrichtungen und Dienste von Herzogsägmühle. | ||
3. | Verwaltung | ||
Die Leistungen im Bereich "Verwaltung" betreffen | |||
3.1. | den gesamten wirtschaftlichen und personellen Betrieb des Übergangsbereiches und mitbenutzte Einrichtungen und Anlagen der Dorfgemeinschaft Herzogsägmühle (einschließlich der Häuser in anderen Orten), | ||
3.2. | die Kostenabrechnung mit den Trägern der Sozialhilfe, | ||
3.3. | die Realisierung (oder Hilfestellung dazu) von Ansprüchen gegenüber anderen Sozialleistungsträgern, | ||
3.4. | die Verwaltung (oder Hilfestellung dabei) der Finanzen der Leistungsberechtigten einschließlich Schuldenregulierung, | ||
3.5. | die Dokumentation der Hilfebemühungen und Führung der Akten | ||
4. | Persönliche Hilfe | ||
Die "Persönliche Hilfe" geschieht nach einem jeweils individuellen Hilfeplan und wird nachvollziehbar dokumentiert. Die Leistungen in diesem Bereich sind | |||
4.1. | Ermittlung des Hilfebedarfs | ||
- | Erhebung der persönlichen und beruflichen Biographie | ||
- | pädagogisch-psychologische Diagnostik | ||
- | Klärung des Gesundheitszustandes und unverzügliche Einleitung erforderlicher Hilfen | ||
- | Klärung der individuellen Problemlage | ||
- | Klärung der wirtschaftlichen Situation | ||
- | Erarbeitung eines Hilfeplanes | ||
4.2. | Begleitung im Alltag und lebenspraktische Förderung | ||
- | Beratung in allen persönlichen Angelegenheiten rund um die Uhr | ||
- | Angebot eines hilfreichen Tagesablaufes unter Einschluß religiöser Elemente mit Bezug zum Kirchenjahr | ||
- | Anleitung im Bereich der "Versorgung" | ||
- | Angebote zur sinnvollen Freizeitgestaltung, sportlichen und kulturellen Betätigung und Hilfe zum Arrangement in Gemeinschaften mit gleichgelagerten oder anderen Interessen und Vermittlung stabilisierender geselliger Erlebnisse und Angebote (auch im Urlaub) | ||
- | Hilfen bei der Beschaffung von Papieren und persönlichem Eigentum | ||
- | Hilfe bei der Realisierung gesetzlicher Ansprüche und Anleitung im Umgang mit Behörden | ||
- | Begleitung von Bemühungen um eine eigenständige Haushaltsführung und zum Arrangement mit Nachbarn | ||
- | Hilfestellung im Umgang mit Geld (auch Schuldenregulierung) | ||
- | Anleitung zur Körperpflege und gesundheitsbewussten Verhalten | ||
- | Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitsuche | ||
- | Hilfe beim Auszug und bei der Wohnungseinrichtung. | ||
4.3. | Sozialpädagogisch-therapeutische Hilfen | ||
- | Aufarbeitung der individuellen Biographie und persönlicher Probleme | ||
- | Erarbeitung einer realistischen Zukunftsperspektive | ||
- | Einzel- und Gruppenarbeit bei Problemen mit Alkohol und anderen Suchtmitteln und gegebenenfalls Vermittlung weiterführender Hilfen | ||
- | regelmäßige Hilfeplangespräche | ||
- | Einzel- und Gruppengespräche bei sozialen Konflikten | ||
- | Klärung von Beziehungen zu Angehörigen. | ||
4.4. | Integrierte begleitende Hilfen | ||
- | Klärung und Förderung arbeitsweltbezogener Interessen und Begabungen | ||
- | Vermittlung von Leistungen im Berufsförderungsbereich (siehe dortige Leistungsbeschreibung) | ||
- | Hilfe bei der Suche eines versicherungspflichtigen Arbeitsplatzes in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes. | ||
- | Krisenintervention | ||
- | Seelsorge | ||
- | laufende Abklärung medizinisch-psychiatrischer und psychologischer Fragestellungen | ||
- | Beistand bei Rechts- und Gerichtsstreitigkeiten | ||
- | Angebote zur Stärkung des Selbstwertgefühls und Befähigung zur Artikulation berechtigter Eigeninteressen. | ||
III | Qualität | ||
Neben der Beachtung aller zutreffenden gesetzlichen Vorschriften leistet Herzogsägmühle zur Sicherung der Qualität | |||
1. | fachliche Anleitung des Personals, regelmäßige Dienstbesprechungen und verantwortliche Organisation durch den Fachbereichsleiter "Hilfen für Menschen in besonderen Lebenslagen" in Absprache mit dem Direktor von Herzogsägmühle, | ||
2. | Fortbildung und Supervision von Mitarbeitenden, | ||
3. | Qualitätsmanagement gemäß DIN EN ISO 9001. | ||
Peiting-Herzogsägmühle, 1. Juni 2000 |